Ultraschall in der Frühschwangerschaft






Die Ultraschalluntersuchung des Fötus dient im Rahmen der pränatalen Diagnostik eigentlich der Feststellung, dass am werdenden Kind "alles dran" ist, doch sie lüftet auch beizeiten das Geheimnis um das Geschlecht des künftigen Erdenbürgers. Nur sehr wenige Eltern verweigern sich dieser Information und warten bis zur Geburt. Damit ist ein sehr altes Phänomen und Glück der Menschheit verloren gegangen. Bis Ende der 1970er, in der DDR bis Mitte der 1980er Jahre liefen aufgeregte Väter auf Klinikfluren auf und ab oder durften bei nächtlicher Geburt ihre Frau gar erst am nächsten Morgen aufsuchen. Sie öffnete, gestützt von einer Schwester, die Tür zum Krankenzimmer und sagte mit durchgebissenen Lippen, von der Erschöpfung gekennzeichnet: "´n Mädchen", während sich dem Vater der Himmel öffnete. Diesen unbeschreiblichen Moment hat uns die Ultraschalldiagnostik genommen.

Ultraschallerkennung - ab wann?



Ultraschall in der FrühschwangerschaftAb der 16. Woche, manchmal etwas eher oder später ist das Geschlecht erkennbar. Dann wissen Mama und Papa, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen großziehen werden. Mama malt sich Frauengespräche mit der heranwachsenden Tochter aus, der Papa sieht schmunzelnd vor dem geistigen Auge, wie er mit dem kleinen Racker Fußball spielt. Natürlich haben auch werdende Väter Pläne mit künftigen Töchtern und Mütter ebensolche mit ihren Söhnen, aber diese bleiben mehr im Abstrakten. Was macht eigentlich das Wissen um das Geschlecht für die Eltern aus? Damals in den späten 1970ern wurde die Möglichkeit, das Geschlecht vor der Geburt zu erfahren, sogar kritisiert, und da ist etwas dran. Dass Geschlecht erst nach der glücklichen, unversehrten Geburt zu erfahren ist der absolute, der runde, der nicht zu toppende Punkt aufs i, glaubt es nur, junge Leute. Doch auch heutige Großväter würden es wahrscheinlich eher wissen wollen, wenn es die Möglichkeit nun einmal gibt. Was macht den Unterschied zwischen Junge und Mädchen aus, wenn man das Geschlecht schon vorher kennt? Hier die Einschätzung von Medizinern und Psychologen:
  • Eltern entwickeln schon vor der Geburt ein Beziehungsmuster zum Kind. Sollten schon Geschwister da sein, ist das noch bedeutsamer - die Rolle des neuen Familienmitglieds konnte einige Monate lang vor seinem Erscheinen ausgehandelt werden (auch geistig und insgeheim).
  • Natürlich ist es viel bequemer, ein Kinderzimmer und Babysachen schon vor der Geburt passend einrichten zu können.
  • Weitere Familienplanungen werden durch das Geschlecht essenziell beeinflusst. Ist schon ein Junge da und kommt noch einer, könnten Mama und Papa auf ein drittes Kind zusteuern - ansonsten beschließen sie vielleicht, es mit der glücklichen Konstellation Junge - Mädchen endgültig zu belassen.
  • Den Kindern werden schon vor der Geburt und passend zum Verhalten im Bauch der Mutter bestimmte Charaktereigenschaften - ihrem Geschlecht entsprechend - zugeschrieben. Das ist putzig und irreal, fördert aber die Beziehung zum Kind.